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Disigner

 
John Katzenbach
 
~Der Hund unter dem Schreibtisch~
 
 
John Katzenbach wurde am 23. Juni 1950 in Princton, New Jersey, geboren. Sein Vater ist der ehemalige US-Justizminister Nicholas deB. Katzenbach und seine Mutter war Psychoanalytikerin.
Er ist mit Madeleine Blais verheiratet, einer Journalistik-Professorin und Pulitzer-Preisträgerin. Justin und Nick heißen die beiden bereits erwachsenen Kinder von Katzenbach.
Für The Miami Herald und The Miami News arbeitete er früher als selbständigrer Gerichtsreporter.
 
Offizielle Website:
 
 
Werke
Die Titel sind nach Erscheinen der US-Ausgabe sortiert. Hinter dem Originaltitel steht der deutsche Titel in Klammern.
1982 - In The Heat Of The Summer (Das mörderische Paradies)
1984 - First Born (~keine deutsche Ausgabe erschienen~)
1987 - The Traveler (Das Auge/Der Forograf)
1989 - Day Of Reckoning (Die Rache)
1992 - Just Cause (Der Sumpf)
1995 - The Shadowman (~keine deutsche Ausgabe erschienen~)
1997 - State Of Mind (Das Rätsel)
1999 - Hart's War (Das Tribunal)
2002 - The Analyst (Der Patient)
2004 - The Madman's Tale (Die Anstalt)
2007 - The Wrong Man (Das Opfer)
 
 
 
Die Anstalt
 
Originaltitel: The Madman's Tale
Genre: Psychothriller
Erscheinungsjahr USA: 2004
Erscheinungsjahr D: 2006
Verlag D: Droemer/Knaur
Seiten: 748
broschiert
sonstiges: auch als Hörbuch erschienen, zudem soll das Buch verfilmt werden
 
 
"Die Anstalt" erhält von mir von mir 4 von 5 Magi
 
 
Inhalt:

Vor zwanzig Jahren, als junger Mann, ist Francis Petrel gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Mehrere Jahre hat er dort zugebracht – bis die Anstalt nach einer Mordserie geschlossen wurde. Noch immer hört Francis Stimmen, nimmt Medikamente. Die Erinnerung an die traumatischen Geschehnisse von damals ängstigt ihn, und er beginnt aufzuschreiben, was er erlebt hat – mit Bleistift, auf den Wänden seiner Wohnung. Wer war der mysteriöse „Engel des Todes“, der damals sein Unwesen trieb? Gibt es ihn überhaupt? Oder existiert er nur in Francis’ Schreckensphantasien?
 
 
Was meint die Maga?
Nur nicht verrückt werden!

Der Ansatz der Story ist zwar nicht wirklich neu, aber immer wieder aufs neue hoch interessant: Ein grausamer Serienmörder geht in einer geschlossenen Anstalt um und verbreitet so Angst und Schrecken unter Patienten und Personal.

Den Reiz eines solchen Szenarios liegt wohl weniger an der Umgebung, als viel mehr an dem Wissen, dass die Insassen einer solchen Anstalt in ihrem eigenen Micro-Kosmos gefangen sind und keinerlei Möglichkeit haben, sich den, ohne jede Zweifel, bevorstehenden grausamen Ereignissen zu entziehen.

Hauptakteur in "Die Anstalt" ist der junge Francis Petrel, von dem man im Laufe der Geschichte auch am meisten erfährt. Von Francis erfährt man in zwei erzählsträngen: die Schilderungen des jungen Francis, der wegen seiner Stimmen die er hört unfreiwillig in die psychiatrische Klinik eingewiesen wurde und oft kindlich aber doch klar denkend auf einen wirkt. Und dann gibt es noch den Erzählstrang des gealterten Francis, der verwirrt, desorieniert und angsterfüllt ist und Fantasie und Realität kaum noch zu unterscheiden weiß.

Wie oft bei Katzenbachs Büchern, fällt es einem die ersten 50-100 Seiten relativ schwer zugang zum Protagonisten zu finden, sowie dessen Beweggründe und gewisse Ereignisse zu verstehen und zuordnen zu können.

Aber danach kann man zumindest über Francis die gröbsten Zusammenhänge erkennen und erhält auch einen gewissen Zugang zu seiner Person, die beim Leser mehr und mehr Sympathie gewinnt.

Die meisten anderen Personen der Geschichte bleiben jedoch eher blass, selbst auf die beiden Neben-Protagonisten, die Staatsanwälting Lucy und Klinikpatient Peter the Fireman, die beide von großer Wichtigkeit für die Story sind, wird mehr schlecht als recht eingegangen, zwar bekommt man eine ungefähre Ahnung von ihrem Charakter, ihrer Geschichte und den Gründen für ihr Interesse an diesem Fall, aber ein wirklicher Zugang zu den beiden, hat Katzenbach dem Leser verwehrt.

Noch schlimmer hat es leider die anderen Nebencharaktere getroffen, die zwar weniger zur Story beitragen, aber dennoch unentbehrlich sind. So erfährt man zum Beispiel von Cleo, Napoleon und Dr. "Gulp-a-Pill" nicht mehr, als dass die eine sich für Cleopatra und der andere sich für Napoleon hält und das der Herr Dr. am liebsten alle Patienten mit Medikamenten abfüllt und ein recht kleiner und arrogant Inder ist. Auch vom "Tatverdächtigen" Lanky erfährt man nicht mehr als das nötigste und der Namenlose Tedardierte mit der Raggedy-Andy-Puppe bekommt noch nicht einmal einen Namen. Das kann auf den ein oder anderen Leser durchaus ärgerlich wirken, da gerade diese drei Personen durchaus Potenzial für mehr gehabt hätten.

Der Schreibstil ist, wie schon von vielen erwähnt, Geschmackssache, wie fast bei allen Büchern von John Katzenbach. Lange Passagen über Stimmung, Umgebung, Wetter und Temperatur, die zwar die Story nicht wirklich weiter bringen, aber dafür sehr viel Atmosphäre bringen, so dass das Geschehen des Buches regelrecht um einen herum zum Leben erweckt wird und man stellenweise wirklich meinen könnten, man würde sich mit den Protagonisten im Westerm State Hospital befinden. Meiner Meinung nach wäre das Buch mit einem anderen Schreibstil als dem von Katzenbach garnicht realisierbar gewesen, oder zumindest nicht in dieser großartigen Form.

Über einige kleinere und größere Logikfehler sollte man hinwegschauen können z.B. dass wohl in keinem Land der Welt und zu keiner Zeit Patienten einer Psychatrie an Mordermittlungen beteiligt werden.

Wie realistisch die Schilderung des Klinikalltages ist, weiß ich dagegen leider nicht zu beurteilen, dafür weiß ich zu wenig über das psychatrische Klinikwesen Amerikas der 70er und 80er. Katzenbach bringt einem dies in seinem Buch jedoch sehr nahe, so dass er sich wohl bei seiner Schilderung relativ nah an die Realität hält.

Und da wäre da noch das schon oft gerügte Ende des Buches. Hier kann ich nur zustimmen, das Ende ist einfach schrecklich, die letzten 50 Seiten wirken wie ein Fremdkörper in diesem Buch. Rückte der Abgabetermin für das Manuskript immer näher? Saß ihm der Verleger im Nacken? Hat John Katzenbach einfach "keinen Bock" mehr? Oder wollte Katzenbachs Hund nicht länger unterm Schreibtisch liegen und endlich wieder Gassie gehen? Nun man weißt es nicht, sicher ist jedoch, dass das Ende nicht umsonst bei so vielen Lesern für Empörung sorgte.

Trotz kleiner Schwächen macht das Lesen dieser Geschicht sehr viel Spaß und sogrt für gute Unterhaltung und noch mehr Spannung und diverse subtile Gruselmomente. Nach den ersten 100 Seiten fliegt man nur noch durch das Buch und kann sich kaum noch davon lösen.

Deswegen eine klare positives Fazit für John Katzenbachs "Die Anstalt".

 


Das Opfer

Originaltitel: The Wrong man
Genre: Psychothriller
Erscheinungsjahr USA: 2007
Erscheinungsjahr D: 2007
Verlag D: Droemer/Knaur
Seiten: 653
gebundene Ausgabe
sonstiges: auch als broschierte Ausgabe erhältich und ist ebenfalls als Hörbuch erschienen

"Das Opfer" erhält von mir von mir 5 von 5 Magi

 

Inhalt

Die attraktive Studentin Ashley Freeman begeht einen folgenschweren Fehler. Angeheitert verbringt sie eine Nacht mit Michael O´Connell, einem Computerfreak und geschickten Hacker. Was sie nicht ahnt: Michael ist ein Psychopath, und er hat beschlossen, dass Ashley die Frau seines Lebens ist. Nichts und niemand wird ihn davon abbringen – schon gar nicht Ashley. Michael lässt sich nicht abschütteln, Ashleys Zurückweisungen stacheln ihn nur noch mehr an. Unerbittlich stellt er ihr nach, zwingt sie unter seinen Psychoterror. Und er kennt keine Gnade: Einen Kommilitonen, der ein Date mit Ashley hat, prügelt er in den Rollstuhl, Ashleys beste Freundin wird bei einem mysteriösen Autounfall verletzt. Und auch die 5000 Dollar, mit denen Ashleys Eltern ihn sich vom Hals schaffen wollen, bewirken nichts. In ihrer Verzweiflung setzt Ashleys Familie den Ex-Cop Murphy auf den Stalker an. Wenig später ist der Privatdetektiv tot. Immer schneller dreht sich eine Spirale des Schreckens, die schließlich Ashleys gesamte Familie in die Tiefe reißt …

Was meint die Maga?

"Denn Liebe ist nur eine andere Form von Hass...

... und Hass nur eine andere Form von Liebe. Lässt man den Faktor der Menschlichkeit und Moral außer Acht, sind Liebe und Hass beliebig gegeneinander austauschbar." - einer der wenigen Sätze, die ich mir aus dem Psychologie-Unterricht gemerkt habe. Und in diesem Buch musste ich nur zu oft an diesen Satz denken, der hier auf rund 653 Seiten eine absolute Bestätigung Seitens Herrn Katzenbach erfährt.

Die ersten ca. 50 bis 70 Seiten sind wie bei fast jedem Buch von John Katzenbach ein wenig langatmig geraten und ohne größere Ereignisse. Man wird mit der Situation und den Protagonisten vertraut gemacht.

Man merkt schnell, dass sich Katzenbach dieses Mal bei der Personen- und Charakterbeschreibung sehr viel mehr Mühe gegeben hat und sehr viel mehr ins Detail geht als bei seinem letzten Buch "Die Anstalt". Dieses Mal gibt es auch keinen konkreten Protagonisten, es ist viel mehr eine Gruppe von Hauptakteuren.

Die Gruppe dieser Protagonisten hat er dabei so unterschiedlich, wie es wohl nur möglich ist.

Da haben wir einmal Ashley Freeman, sie ist Anfang 20, schon halb erwachsen aber doch noch halb ein Kind, sie ist hübsch und klug und die ganze Welt scheint ihr offen zu stehen und alles möglich zu sein. Doch die Folgen dieser eine Nacht mit Michael O'Connell drohen diese guten Vorraussetzungen für Ashleys Leben mit rasantem Tempo zu zerstören.

Und Scott Freeman, Ashleys Vater, er ist im Geschichtsprofessor und im fortgeschrittenen Alter und schon lange von Sally geschieden, seine Jugend ist schon lange vorbei und er ist allein, Ashley ist alles, was er noch hat, das sind Dinge, die er sich auch immer wieder vor Augen führt. Klug, vorausschauend, rational - alles Eigenschaft, die sich Scott zu Anfang des Buches zuschreibt, bald muss er aber feststellen, dass auch in ihm ein ganz normales Vaterherz schlägt, das mit solchen Eigenschaft angesichts der aufkommenden Bedrohung für Ashley herzlich wenig anzufangen weiß.

Ashleys Mutter Sally Freeman ist Scott recht ähnlich. Eine überlegte und immer beherrschte Anwältin, die alles kühl kalkuliert und nie kopflos handeln würde - bis zu dem Tag an dem sich alles für sie ändern sollte. Aber Sally macht nicht nur das Problem mit Michael O'Connell zu schaffen, die Probleme in ihrer Beziehung zu Hope und das ständige Aufeinandertreffen mit Scott, lassen sie oft an den Entscheidungen die sie in ihrem Leben gefällt hat zweifeln und belasten sie auch bei den gegenwärtigen Problemen.

Hope hingegen macht zu erst den Eindruck, als wäre sie der positive Hoffnungsschimmer, der mit seiner überschwänglichen Energie alles zu lösen vermag, doch schnell wird klar, dass auch sie nur ihre Probleme und Ängste überspielt. Auch wenn sie nicht mit Aschley verwandt ist, so sorgt sie sich doch um ihr Wohl wie eine echte Mutter, weswegen ihr die Geringschätzung Scotts auch durchaus zu schaffen macht. Hinzu kommen auch bei ihr die Probleme in der Beziehung zu Sally und ein gespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter Catherine. An einigen Stellen ist man durchaus dazu verleitet anzunehmen, dass Hope das eigentliche Opfer ist. Zwar leiden alle unter der Situation, aber bei Hope kommen noch einige besondere Aspekte dazu.

Catherine bildet das genaue Gegenteil zu Ashley und steht ihr doch am nächsten. Catherine ist alt, ihr Mann ist schon lange tot, ein Tag vergeht wie der nächste, das Verhältnis zu ihrer Tochter könnte auch besser sein und eigentlich hatte sie so auch schon mit ihrem Leben abgeschlossen, ohne jegliche Hoffnung, noch einmal etwas besonderes Erleben zu dürfen. Aber O'Connell reißt sie aus diesem Glauben heraus. Was Catherine zu Anfang noch als vorübergehende Schwärmerei abtut, wird ihr bald als tödlicher Sog bewusst. Dennoch scheint sie recht kindlich zu sein, wie Ashley, was die beiden einander wohl auch so nahe bringt.

Zu guter Letzt ist da noch Michael O'Connell, Archetyp eines psychopathischen Stalkers. Sein Handeln, seine Gedanken, seine Gefühle - das alles beschreibt Katzenbach so minuziös, dass es einem Angst macht. O'Connell ist eiskalt und hat doch mehr Gefühl als alle anderen. Seine Energie scheint alleine von Hass und Liebe zu kommen. Seine Beweggründe: banal.

Alles normale Menschen, wie man sie oft auf der Straße oder in einem Café sieht, sogar O'Connell wirkt zu Beginn wie normaler junger Mann, der einfach nur sehr verliebt ist. Es ist alles normal und unscheinbar, bis die Normalität zu viel Kontrast erhält und sich in Extreme wandelt.

Ein Kampf um das eigene Überleben kann so einfach und schnell beginnt - nicht nur um das physische. Ein Überlebenskampf der nur durch Liebe ausgelöst wurde und der nur wegen Liebe bis zum bitteren Ende ausgefochten wird, wenngleich allen Beteiligten klar ist, dass jeder von ihnen ein Stückweit sterben wird.

Das Ende der Geschichte, das nicht bei jedem gut ankam, hat bei mir durchaus Gefallen gefunden. Ich fand es gerade wegen seiner Abwegigkeit so echt. Man sollte sich vor Augen führen, dass sich Ashley und ihre Familie in einer Extremsituation befunden haben, jede Entscheidung konnte über "Sieg" oder "Niederlage" entscheiden. Extremsituation haben es nun einmal ans sich, dass sie nicht alltäglich sind und wenn man doch in eine hineingerät, oft absolut irrationale Entscheidungen trifft, wo sich jeder Außenstehende an den Kopf fassen und laut schreien würde: "Was machst du denn da?!"

Man sollte bedenken, dass sich im ausgeglichen Zustand alles objektiver beurteilen lässt, als wenn man emotional aufgewühlt und angespannt ist.

Nun, wie Catherine es zum Schluss des Buches sagt: "Eine Liebesgeschichte, von Anfang an."

Zum Schreibstil muss man nicht viel sagen. Es ist einmal mehr typisch Katzenbach, viele Beschreibungen, sehr lebendig und realitätsnah gehalten, so dass man sich gut in das Buch hineindenken kann. Es gibt wieder zwei Erzählstränge, im einen wird die eigentliche Geschichte erzählt und in dem anderen unterhält sich ein fiktiver Autor immer wieder mit Catherine, die das ganze Geschehen leicht psychologisch reflektiert und immer wieder auf die Ausweglosigkeit hinweist. Die Einschübe dieser Unterhaltung empfanden zwar viele Leser als unnötig oder langweilig, mir jedoch haben sie sehr gut gefallen, da Catherine das ganze auch noch mal mit ein wenig mehr Abstand beurteilt hat und im Nachhinein auch viele ihrer damaligen Entscheidungen und Handlungen als falsch anerkennt.

Dennoch habe ich einen Kritikpunkt an diesem Buch. Ich hätte mir gewünscht, dass Katzenbach ein wenig mehr darauf eingeht, warum Ashley und ihre Familie nicht den juristischen Weg in Anspruch nahmen und sich auch nicht and Hilfs-Organisationen für Stalking-Opfer gewendet haben.

Alles in Allem ein sehr gelungenes Buch über das Thema "Stalking". Spannend, einfühlsam, psychologisch, beängstigend - empfehlenswert.

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